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Maurischer Kiosk

Orientalische Architektur trifft auf den Märchenkönig

Maurischer Kiosk

Während unseres Besuchs von Schloss Linderhof schauten wir uns auch den Maurischen Kiosk an, der sich ein wenig entfernt vom Schloss auf einem Hügel befindet. Zugegeben, wir haben uns vorab nicht genauestens über das Gelände informiert und waren daher überrascht, was der Kiosk hinter seinem Vorhang verbirgt!

Was ist der Maurische Kiosk?

Der Maurische Kiosk ist ein orientalisch gestalteter Pavillon im Schlosspark von Schloss Linderhof. Am Eingang befinden sich keine Türen, sondern lediglich ein großer, schwerer, roter Vorhang. Unsicher schoben wir den Vorhang beiseite, machten einen Schritt nach vorne und standen bereits vor einer großen Scheibe.

Nach kurzer Orientierung in der Dunkelheit verstanden wir, dass es sich beim Innenraum lediglich um einen Raum handelt, der großzügig geschnitten und im orientalischen Stil gestaltet ist. Besucher können sich den Raum durch die Glasscheibe anschauen, was auch den schweren Vorhang erklärt, der verhindert, dass sich der Park tagsüber in den Scheiben spiegeln und die Sicht in den Raum einschränken würde. Zwischen dem Vorhang und der Scheibe ist nur wenig Platz, sodass maximal drei Personen nebeneinander Platz haben.

Maurischer Kiosk

Im Inneren des Kiosks können Besucher arabische Ornamente und Verzierungen bewundern. Die Ausstattung des Kiosks umfasst Glaslüster, einen Marmorbrunnen und einen luxuriösen Pfauenthron, der in einer Thronnische aufgestellt ist.

Maurischer Kiosk

Da wir den Schlosspark Linderhof an einem regnerischen Tag besuchten und neben uns kaum andere Besucher vor Ort waren, waren wir auch die einzigen Besucher am Kiosk. Obwohl der Raum relativ klein ist, ließen wir uns viel Zeit beim Bestaunen der vielen verschiedenen Elemente.

Maurischer Kiosk

Geschichte des Maurischen Kiosks

Ursprünglich wurde der Maurische Kiosk vom Architekten Carl von Diebitsch entworfen und als offizieller Beitrag Preußens auf der Pariser Weltausstellung von 1867 präsentiert. Dies geschah in einer Zeit, als orientalische Architekturstile, auch bekannt als Orientalismus, in Europa sehr beliebt waren.

Nach seiner Teilnahme an der Weltausstellung wurde der Kiosk von Bethel Henry Strousberg, einem Eisenbahnbauunternehmer, erworben und in seinem privaten Park auf seinem Anwesen im böhmischen Sbirow aufgestellt. Der Kiosk blieb dort, bis Strousberg verstarb.

Nach dem Tod Strousbergs erwarb König Ludwig II. den Maurischen Kiosk für die Parkanlagen seines Schlosses Linderhof, wo er bis heute geblieben ist. Ludwig II. war jedoch mit der schlichten Ausstattung des Kiosks nicht zufrieden, und so ließ er ihn seinen Wünschen entsprechend umgestalten. Es wurden neue Beleuchtungskörper, ein Marmorbrunnen und ein luxuriöser Pfauenthron in Paris hergestellt und in den Kiosk integriert.

Die Gestaltung des Kiosks war Ende 1877 abgeschlossen, und der Gartenarchitekt Carl von Effner erhielt den Auftrag, die Umgebung um den Kiosk entsprechend zu gestalten. Das Ergebnis war ein Pavillon, der eine Mischung aus orientalischem Glanz und königlichem Luxus verkörperte. Der Kiosk wurde von Ludwig II. hauptsächlich genutzt, um Tee zu trinken, zu lesen und eine exotische Atmosphäre zu genießen. Während er dort seine Freizeit verbrachte, war er umgeben von orientalisch gekleideten Dienern, die das orientalische Erlebnis für den König verstärkten.

Unsere Bewertung

Wir bewerten die Sehenswürdigkeit in fünf unterschiedlichen Kategorien. In jeder Kategorie können bis zu 10 Punkte erreicht werden, was ein Maximum von gesamt 50 Punkten ermöglicht. Allerdings gewichten wir die jeweiligen Kategorien unterschiedlich. Bitte beachtet, dass unsere Bewertung subjektiv ist und wir hier nur von unserer eigenen Erfahrung ausgehen.

  • groups Erträgliche Touristenmenge (15%): 7
  • map Einfache Anreise (10%): 6
  • photo_camera Gute Fotomotive (30%): 7
  • history_edu Historischer Hintergrund (25%): 8
  • payments Preis-Leistungs-Verhältnis (20%): 9

38 Punkte

Wir haben den Maurischen Kiosk an einem regnerischen Nachmittag besucht, daher hatten wir ihn allein für uns. Allerdings wird er bei gutem Wetter sicherlich von zahlreichen Touristen besucht, die sich durch den Vorhang schieben und den kleinen Raum vor der Scheibe schnell eng werden lassen können. Daher haben wir hier ein paar Punkte bei der erträglichen Touristenmenge abgezogen.

Der Innenraum ist atemberaubend schön, aber es ist nicht ganz so einfach durch die Scheibe hindurch ein gutes Foto mit all den Spiegelungen zu schießen. Überraschend gut fanden wir die Tonspur in mehreren Sprachen, die Besuchern etwas völlig kostenlos über den Maurischen Kiosk erzählt.

Standort und Adresse

Adresse: Linderhof 12, 82488 Ettal, Deutschland