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Norwegen

Urlaub in Longyearbyen

Reise nach Spitzbergen (Svalbard)

Urlaub in Longyearbyen

Fakten über Longyearbyen

  • 2.368 Einwohner
  • Währung: Norwegische Krone

Longyearbyen bietet

  • landscape Berge
  • hiking Wandern
  • nightlife Nachtleben
  • flight Flughafen

Ø Preise pro Person

  • Lebensmittel pro Tag: 14,65
  • Mahlzeit im Restaurant: 22,00

Longyearbyen ist die nördlichste Stadt der Welt und befindet sich in Svalbard, einem Archipel im Arktischen Ozean. Zwar gehört Longyearbyen zu Norwegen, die Stadt wirkt jedoch wie von einem anderen Planeten. Wir besuchen Longyearbyen im Rahmen einer Kreuzfahrt namens Highlights am Polarkreis mit der AIDA und dürfen uns anderthalb Tage diese faszinierende Stadt anschauen.

Sehenswürdigkeiten

Svalbard Kirche

Svalbard Kirche

Longyearbyen

  • 37 von 50 Punkten
  • kostenlos
Eisbären-Warnschild

Eisbären-Warnschild

Longyearbyen

  • 23 von 50 Punkten
  • kostenlos

Svalbard Global Seed Vault

Svalbard Global Seed Vault Exterior 2020

Cierra Martin for Crop Trust, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Ein bedeutendes Bauwerk in Longyearbyen ist das Svalbard Global Seed Vault, eine Saatgutdatenbank, die 2008 eröffnet wurde. Hier werden Millionen von Pflanzensamen, darunter Kartoffeln und Kokosnüsse, sicher gelagert, um die genetische Vielfalt von Nutzpflanzen für die Zukunft zu bewahren. Diese Einrichtung dient als eine Art "Arche Noah" für Pflanzen und stellt sicher, dass wichtige Samen im Falle eines globalen Notfalls verfügbar sind. Während unseres Besuchs schaffen wir es zeitlich nicht mehr, das Svalbard Global Seed Vault zu besuchen, aber vielleicht habt ihr während eurer Reise mehr Zeit.

Verhaltensregeln für Svalbard

Offizielle Verhaltensregeln in Svalbard

Wir werden bereits vor unserer Ankunft auf unserem Kreuzfahrtschiff über die Verhaltensregeln in Svalbard aufgeklärt. Sie sind jedoch auch in der Stadt in der Nähe vom Hafen aufgestellt, damit Touristen sie auch spontan beim Spaziergang wiederholen können.

  1. Tiere dürfen nicht gestört werden, um Fotos von ihnen zu machen.
  2. Müll gehört in Mülleimer. Die Verschmutzung von Svalbard ist strengstens verboten.
  3. Alles, was vor 1946 errichtet wurde oder aus dieser Zeit stammt, ist gesetzlich geschützt. Diese Objekte dürfen nicht bewegt, beschädigt oder mitgenommen werden. Dasselbe gilt für Objekte im Umkreis von 100 Metern.
  4. Blumen dürfen in Svalbard nicht gepflückt werden.
  5. Außerhalb der Stadt ist es Pflicht, bewaffnet zu sein, um Eisbären zu verschrecken, zu vertreiben und sich vor ihnen zu schützen. Hierfür ist es Pflicht, ein Training im sicheren Umgang mit Waffen zum Schutz vor Eisbären zu absolvieren.
  6. Eisbären sind gesetzlich geschützt. Es ist verboten, sie anzulocken, sich ihnen zu nähern oder nach ihnen zu suchen, da dies lebensgefährlich ist.
  7. Wenn kein Fußgängerweg vorhanden ist, ist auf der linken Seite des Fahrbahnrandes zu gehen.
  8. Bei längeren Exkursionen allein ist das Büro des Gouverneurs (Sysselmesteren) im Voraus zu informieren.
  9. Es wird empfohlen, sich einer geführten Tour anzuschließen, um die Natur außerhalb der Stadt zu erkunden.
  10. Es ist verboten, geladene Waffen in der Siedlung zu tragen. Waffen dürfen auch nicht in öffentliche Gebäude oder Geschäfte mitgebracht werden.
  11. Vor dem Fotografieren der Bewohner Svalbards ist ihre Erlaubnis einzuholen. Kinder, einschließlich derer im Kindergarten oder in der Schule, dürfen nicht fotografiert werden.
  12. Es ist verboten, Hunde zu füttern, anzufassen, zu stören oder sich ihnen zu nähern, um Fotos von ihnen zu machen.

Longyearbyen

Einige der Verhaltensregeln sollten nicht nur in Svalbard, sondern generell befolgt werden. Dennoch kann besonders die Regel über die Objekte vor 1946 Unwissenden teuer zu Kosten kommen. Der Sinn hinter dieser gesetzlichen Regelung ist, dass Svalbard wie ein Freilichtmuseum zu behandeln ist. Gleichermaßen muss man als Tourist aber auch aufpassen, wenn man beispielsweise zu alten Gebäuden geht, da diese jederzeit einstürzen können.

Eindrücke aus Longyearbyen

Longyearbyen

Longyearbyen

Longyearbyen

Auf uns wirkt Longyearbyen wie eine Siedlung auf einem Eisplaneten ohne Pflanzen. Die Landschaft ist geprägt von schneebedeckten Bergen, weitläufigen Gletschern und kargen, steinigen Ebenen. Zwischendurch befinden sich immer wieder Überbleibsel der Vergangenheit des Bergbaus.

Longyearbyen Motorschlitten

Longyearbyen Motorschlitten

Longyearbyen Motorschlitten

Longyearbyen Motorschlitten

Longyearbyen Motorschlitten

Ein Anblick, der in Longyearbyen völlig normal ist, aber für uns total kurios aussieht: Vor den Wohngebäuden stehen unzählige Motorschlitten. In der Stadt gibt es angeblich etwa 4.000 Stück, da es außerhalb von Longyearbyen keine Straßen gibt und Schneemobile das Haupttransportmittel sind. Das ist eine ganz schön hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass hier nur um die 2.400 Menschen wohnen.

Longyearbyen

Longyearbyen

Eine weitere Einzigartigkeit in Longyearbyen sind die stellenweise aus dem Boden ragende Baumstämme. Wachsen hier etwa doch Bäume? Hierbei handelt es sich um Pfähle, auf denen zuvor Häuser gebaut wurden. Aufgrund des Permafrostes in der Region können die Häuser nicht wie bei uns auf dem Boden errichtet werden, denn sie könnten über die Jahre regelrecht im Boden versinken.

Eisbären

Eisbären in Longyearbyen

Wir haben in Longyearbyen zwei Eisbären getroffen: Einer befindet sich in der Svalbard Kirche und ein anderer im Svalbard Museum – beide sind ausgestopft und es sind die einzigen Eisbären, denen man sich hier nähern möchte. Innerhalb der Stadt ist man zwar sicher, aber die Leute in Longyearbyen sind dennoch stets vorsichtig und man sollte auch als Tourist stets wachsam sein.

Während einer geführten Tour erfahren wir, dass die Menschen hier Haustüren und Autos nicht abschließen. Für den Fall, dass man doch einem Eisbären begegnen sollte, kann man so versuchen sich schnell in Schutz zu bringen. Geklaut wird nichts, da so wenig Menschen hier leben und es sich sehr schnell herumsprechen würde, wenn man plötzlich den neuen Fernseher des Nachbarn im eigenen Wohnzimmer zu stehen hat.

Eisbären Warnschild

Ihr findet an der Stadtgrenze Warnschilder, die vor Eisbären warnen. Solange ihr als Tourist nicht hinter die Schilder geht, seid ihr sicher. Nehmt diese Warnung unbedingt ernst, den einen Eisbären-Angriff überlebt man unbewaffnet nicht. Nicht umsonst gibt es folgenden Merksatz bei Bären:

  • If it is black, fight back. (Ist der Bär schwarz, kämpfe.)
  • If it is brown, lay down. (Ist der Bär braun, lege Dich hin.)
  • If it is white, good night. (Ist der Bär weiß, gute Nacht.)

Svalbard-Rentier

Longyearbyen Svalbard-Rentier

Während unseres Spaziergangs durch Longyearbyen treffen wir immer wieder auf das Svalbard-Rentier, eine Unterart des Rentiers, das ausschließlich auf dem Svalbard-Archipel vorkommt. Sie laufen mit der größten Ruhe durch die Stadt und futtern Gras, egal ob es am Straßenrand wächst oder vor einem Wohnhaus. Auch wenn die Svalbard-Rentiere keine Angst vor dem Menschen haben, so handelt es sich hierbei immer noch um Wildtiere und wir erinnern uns an die Verhaltensregeln: Rentiere sollen nicht gestört werden.

Longyearbyen Svalbard-Rentier

Wir holen also das Teleobjektiv raus und warten einfach ab, ob die Rentiere näher kommen. Und die Geduld zahlt sich aus, denn wir konnten zuckersüße Aufnahmen von ihnen machen.

Longyearbyen Svalbard-Rentier

Longyearbyen Svalbard-Rentier

Longyearbyen Svalbard-Rentier

Longyearbyen Svalbard-Rentier

Longyearbyen Svalbard-Rentier

Diese Tiere sind hervorragend an die extremen arktischen Bedingungen angepasst. Sie sind kleiner und kompakter als ihre Verwandten auf dem Festland, was ihnen hilft, die Wärme besser zu speichern. Erwachsene Svalbard-Rentiere haben kurze Beine, kurze Nasen und ein dichtes, dickes Fell, das sie vor den eisigen Temperaturen schützt. Ihr Fell ist im Winter weiß bis grauweiß, was ihnen hilft, sich in die schneebedeckte Landschaft einzufügen, während es im Sommer zu einem brauneren Ton wechselt, um besser mit der schotterigen und tundraartigen Umgebung zu verschmelzen.

Ein faszinierendes und wenig bekanntes Merkmal des Svalbard-Rentiers ist die saisonale Veränderung der Augenfarbe. Im Sommer, wenn das Licht rund um die Uhr scheint, haben die Rentiere braune Augen. Diese Farbänderung hilft dabei, das Licht zu reflektieren und ihre Sicht zu schützen. Im Winter, wenn die Sonne monatelang nicht aufgeht, wechseln ihre Augen zu einem tiefen Blau. Dieser Farbwechsel verbessert die Lichtaufnahme und hilft den Tieren, in der Dunkelheit besser zu sehen.

Die Svalbard-Rentiere sind Pflanzenfresser und ernähren sich im Sommer von der spärlichen Vegetation der Tundra, einschließlich Moosen, Flechten und Kräutern. Im Winter graben sie mit ihren Hufen durch den Schnee, um Nahrung zu finden, was ihnen durch ihre kurzen Beine und ihre robusten Körper erleichtert wird.

Wir lernten vor Ort, dass die Eisbären kein Interesse an den Rentieren haben und sie allgemein keine natürlichen Feinde in Svalbard haben. Die ist unter anderem der Grund, warum sie überall umherspazieren und so tiefenentspannt sind.

Anreise nach Longyearbyen

Anreise mit dem Flugzeug

Die Anreise nach Longyearbyen erfolgt am häufigsten mit dem Flugzeug. Der Flughafen Svalbard (LYR), der etwa 3 Kilometer westlich von Longyearbyen liegt, ist der nördlichste Verkehrsflughafen der Welt und das Tor zum Svalbard-Archipel. Es gibt regelmäßige Direktflüge von Oslo und Tromsø aus, die von der norwegischen Fluggesellschaft SAS sowie von anderen saisonalen Anbietern bedient werden. Der Flug von Oslo nach Longyearbyen dauert etwa drei Stunden und bietet atemberaubende Ausblicke auf die arktische Landschaft.

Anreise mit dem Schiff

Anreise Longyearbyen mit dem Schiff

Neben der Anreise mit dem Flugzeug ist es auch möglich nach Longyearbyen mit dem Schiff zu gelangen. Wir reisen beispielsweise mit der AIDAluna, einem Kreuzfahrtschiff, an. Die Ankunft in Longyearbyen mit dem Schiff ist ein besonderes Erlebnis, da die Stadt langsam am Horizont erscheint und von der dramatischen arktischen Landschaft umgeben ist. Der Hafen von Longyearbyen ist gut ausgestattet und empfängt regelmäßig Kreuzfahrtschiffe und Expeditionsboote.

Anreise Longyearbyen mit dem Schiff

Geschichte & heutige Forschung

Longyearbyen

Longyearbyen wurde 1906 von dem amerikanischen Unternehmer John Munroe Longyear gegründet, der dort eine Kohlemine eröffnete. Der Kohleabbau prägte lange Zeit das wirtschaftliche Leben der Stadt, war jedoch nie wirklich rentabel.

Im Jahr 1905 erlangte Norwegen seine Unabhängigkeit und konnte die Krone zurückgewinnen, die zuvor von den dänischen und schwedischen Monarchen gehalten worden war. 1920, nach dem Ersten Weltkrieg, unterzeichneten die Siegerländer den Spitzbergenvertrag (Svalbardtraktaten), der Norwegen die Souveränität über den Svalbard-Archipel, zu dem auch Longyearbyen gehört, übertrug. Der Vertrag gewährte allen Vertragsparteien das Recht, auf Spitzbergen wirtschaftliche Tätigkeiten wie Kohlebergbau, Fischerei und den Bau der notwendigen Infrastruktur frei auszuüben. Bürger aller Unterzeichnerstaaten haben ungehinderten Zugang zum Archipel, was bedeutet, dass für einen Besuch in Spitzbergen kein Visum erforderlich ist. Mehr als 50 Länder, darunter Norwegen, Russland, die USA, Großbritannien, Deutschland und viele andere, sind Teil dieses Vertrags.

Longyearbyen

Im Jahr 1935 trat auch Russland dem Vertrag bei, erkannte die norwegische Souveränität an und erhielt das Recht, die Ressourcen des Archipels zu erschließen. Zur Unterstützung des Bergbaus errichteten die Russen drei Arbeiterlager. Heute sind die Dörfer Grumant und Pyramiden fast vollständig verlassen, während in Barentsburg noch etwa 500 Menschen leben. Die russische und norwegische Bevölkerung pflegt eine enge Beziehung, besucht gegenseitig die Siedlungen und feiert gemeinsam Feiertage wie den norwegischen Verfassungstag Grunnlovsdag am 17. Mai. Ab 2024 wurden jedoch alle offiziellen Ausflüge zu den russischen Siedlungen abgesagt.

In den letzten Jahrzehnten hat sich der wirtschaftliche Fokus von Longyearbyen vom unrentablen Kohleabbau auf Tourismus und Forschung verlagert. Ein bedeutender Meilenstein in der modernen Geschichte der Stadt war die Gründung der Universität von Svalbard (UNIS) in den 1990er Jahren. Diese Universität hat Longyearbyen zu einem wichtigen Zentrum für arktische Forschung gemacht, da das Forschungslabor direkt in der arktischen Umgebung angesiedelt ist und so optimale Bedingungen für wissenschaftliche Studien bietet.